Leiharbeit: Gleiches Geld für gleiche Arbeit

20. August 2010

LAN Sachsen und Berlin-Brandenburg für Lohnangleichung zwischen Leiharbeitern und Festangestellten

Angesichts neuer Arbeitsmarktdaten, nach denen der derzeitige Aufschwung am Arbeitsmarkt maßgeblich durch den Einsatz von Leiharbeitern getragen wird, unterstützen die Liberalen Arbeitnehmer in Sachsen, Berlin und Brandenburg die Pläne der FDP-Arbeitsmarktexperten im Bund, Heinrich Kolb und Johannes Vogel für eine Lohnangleichung zwischen Zeitarbeitern und den fest angestellten Beschäftigten.

Die LAN-Landesvorsitzenden Wolfgang Lesch und Martin Lebrenz äußerten sich am Donnerstagvormittag: „Leih- und Zeitarbeit sind auf dem Weg, den Rekordstand aus dem Jahr 2008 zu erreichen. Dies ist ein gutes Zeichen, weil es auch für bislang arbeitslose Personen die Möglichkeit auf eine Anstellung bietet. Gleichzeitig müssen wir aufpassen, dass die Einkommenskluft zwischen Leiharbeitern und Festangestellten nicht zu groß wird. Leiharbeit soll Auftragsspitzen in den Unternehmen abfedern. Wenn sie hingegen zur Verdrängung von Festangestellten führt oder ungerechtfertigt Lohndruck erzeugt, benötigen wir klar gesetzliche Regeln.“

Lesch und Lebrenz konkretisieren die Vorschläge der FDP-Politiker und fordern, nach einer Einarbeitungszeit von 6 Monaten die Löhne zwischen geliehenen und fest angestellten Arbeitnehmern innerhalb eines Betriebes anzugleichen. Dies schaffe Gerechtigkeit für die Beschäftigten und verhindere Mitnahmeeffekte von Unternehmen. „Damit sichern wir, dass Leiharbeit attraktiv bleibt. Bei nur 28 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland können wir es uns langfristig nicht leisten, die Binnennachfrage durch künstlich aufrecht erhaltene Lohnunterschiede in den Betrieben zu schwächen. Uns muss klar sein, dass ohne ein Anziehen der Binnennachfrage der derzeitige Aufschwung nicht von Dauer sein wird“, so die Vereinschefs weiter.

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LAN Sachsen und Berlin-Brandenburg fordern deutschlandweites Handels- und Werbeverbot für Textildiscount KiK

17. August 2010

Verein fordert deutliches Zeichen für gute Arbeitsbedingungen und anständige Löhne

Anlässlich eines Berichtes des ARD-Magazins „ARD exclusiv“ über den Textildiscount KiK und die im Unternehmen vorherrschenden Arbeitsbedingungen und Lohnpolitik fordern die Liberalen Arbeitnehmer in Sachsen, Berlin und Brandenburg ein sofortiges Handels- und Werbeverbot für die Einzelhandelskette. Die Vorsitzenden der Landesverbände, Wolfgang Lesch (Sachsen) und Martin Lebrenz (Berlin-Brandenburg) bezeichnen es als „beschämend für das gesellschaftliche Miteinander“, dass ein Unternehmen seine Mitarbeiter systematisch ausbeutet und ihnen betriebliche Grundrechte, etwa die Gründung eines Betriebsrates, verweigert. Das Magazin hatte zuvor berichtet, die Gehälter der Filialmitarbeiter des Unternehmens lägen in vielen Fällen unter dem Existenzminimum. Zudem wurde den Beschäftigten verboten, einen Betriebsrat zu gründen. Geleistete Überstunden wurden nicht vergütet, in manchen Filialen mussten Mitarbeiterinnen im Winter ohne Heizung arbeiten.

In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern Lesch und Lebrenz den Bund, die Länder und die Kommunen zu entschlossenem Handeln auf. „Wir erwarten schnelle und grundlegende Entscheidungen im Interesse der Arbeitnehmerinne und Arbeitnehmer bei KiK. Die Kommunen sind aufgerufen, bestehende Verträge über die Nutzung von Gewerbeflächen mit KiK zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu kündigen und keine neuen Flächen mehr an das Unternehmen zu vergeben. Zudem brauchen wir eine öffentlich einsehbare rote Liste mit Unternehmen, die betriebliche Grundrechte nicht einhalten und ihren Beschäftigten sittenwidrige Löhne zahlen“, sagte Lesch.

Lebrenz fordert ein Umdenken im Konsumverhalten der Menschen. Jedem Bürger muss klar sein, dass Preise, wie sie bei KiK angeboten werden, nur auf Kosten der Beschäftigten und der Produzenten zu Stande kommen können. Es muss Schluss sein mit der „Geiz-ist-geil-Mentalität“. Wir brauchen eine neue Konsum- und in einigen Betrieben auch eine neue Firmenphilosophie, die das vertrauensvolle Miteinander von Arbeitgebern und Beschäftigten beinhaltet genauso und den gegenseitigen Respekt voreinander fördert. Dazu gehört im Besonderen das Recht der Beschäftigten, einer Gewerkschaft anzugehören und bei Bedarf einen Betriebsrat gründen zu können. Und wir brauchen den mündigen Bürger, der die Herkunft der Ware und die Arbeitsbedingungen, unter denen sie produziert wurde, kritisch hinterfragt,“, so Lebrenz.

Beide Landesverbände sind sich einig, dass Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhängt, ihren Beschäftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, kein Recht mehr haben sollen, in Deutschland ihre Geschäfte zu betreiben. „Für langjährige Beschäftigte muss der Lohn zum Leben ausreichen, andernfalls nehmen die Unternehmen eine Spaltung der Arbeitsgesellschaft in Kauf. Wir werden dafür kämpfen, dass Betriebe wie KiK ihre Praxis radikal umstellen. Andernfalls sollen sie in Deutschland keine Zukunft mehr haben“, so die Vertreter des Vereins abschließend.

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Mitarbeiter vor Spionage in Unternehmen schützen

26. Juli 2010

Liberale Arbeitnehmer fordern Arbeitnehmer-Datenschutzgesetz

Die Landesverbände Berlin-Brandenburg und Sachsen der Liberalen Arbeitnehmer fordern deutlichere Anstrengungen der Unternehmen und der Politik, um den Missbrauch von Mitarbeiterdaten in Unternehmen besser zu schützen. Die Mitglieder des Vereins setzen sich seit längerem dafür ein, insbesondere die für Bewerbungstests benötigten Personaldaten der Beschäftigten stärker zu begrenzen Die Süddeutsche Zeitung hatte am Wochenende berichtet, dass der Textildiscounter Kik über Jahre hinweg die Bonität seiner 49.000 Mitarbeiter systematisch abgefragt und Beschäftigte mit finanziellen Schwierigkeiten entlassen hatte.

Für den Landesvorsitzenden der LAN Berlin-Brandenburg, Martin Lebrenz, ist die Abfragepraxis des Unternehmens nicht nachvollziehbar: „Nachdem bereits im Mai 2009 Strafanzeige gegen Kik wegen der Missachtung datenschutzrechtlicher Standards ergangen war, haben sich die dunklen Wolken über dem Konzern deutlich verdichtet. Wenn nun sogar ein ehemaliger Bezirksleiter die jahrelange Praxis des Ausspionierens bestätigt, dann muss die Politik handeln und rechtliche Schranken einziehen. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die Ankündigung von Bundesjustizministerin Leutheusser-Scharrenberger, ein Arbeitnehmer-Datenschutzgesetz zu erarbeiten. Darin muss geregelt sein, auf welche Informationen zurückgegriffen werden darf, um die Arbeit der Beschäftigten zu bewerten. Eines muss dabei klar sein: Es gibt kein absolutes Auskunftsrecht für die Arbeitgeber.“

Nach Ansicht der LAN sollte der zuständige Datenschutzbeauftrage des Landes Nordrhein-Westfalen bei der zuständigen Staatsanwaltschaft erneut Strafanzeige gegen den Discounter stellen. Gleichzeitig sollten sich auch die Datenschutzbeauftragten anderer Länder Vorschläge erarbeiten, wie Datenmissbrauch am Arbeitsplatz künftig abgestellt werden kann. „Dies wäre ein wichtiges Zeichen an die Beschäftigten, deren Grundrechte dadurch gestärkt würden“, so Lebrenz weiter.

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Tariffreiheit stärkt betriebliche Mitbestimmung

27. Juni 2010

Liberale Arbeitnehmer gegen Tarifeinheit per Gesetz

Die Liberalen Arbeitnehmer Sachsen begrüßen die Einigung der Senate des Bundesarbeitsgerichtes zur Aufhebung der Tarifeinheit in den Betrieben. Bislang galt das Prinzip „Ein Betrieb, ein Tarifvertrag“, was besonders die großen Gewerkschaften wie ver.di gestärkt hatte.

„Wir hoffen, dass das Bundesarbeitsgericht den Weg für die Tariffreiheit am 7. Juli rechtlich untermauert. Die Entscheidung ist ein guter Tag für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die folgerichtige Reaktion auf die seit Jahren schwindende Integrationskraft der im DGB organisierten Gewerkschaften. Ich bin überzeugt, dass durch den nun entstehenden Wettbewerb unter den Gewerkschaften die Interessen der Beschäftigten wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Damit wird die betriebliche Mitbestimmung deutlich aufgewertet“, formuliert der Vorsitzende des LAN-Landesverbandes Sachsen, Wolfgang Lesch, die Position des Vereins.

Anders als der DGB und die Arbeitgeberverbände erwarten die Liberalen Arbeitnehmer keinen tarifpolitischen Flickenteppich und eine Ausweitung betrieblicher Streiks. „Die in Deutschland bestehenden Anforderungen zur Gründung einer Gewerkschaft und deren Einbindung in die betrieblichen Strukturen in Deutschland sind mit Augenmaß gesetzt worden. Die Beschäftigten werden verantwortungsvoll mit ihren neuen Möglichkeiten umgehen. Entsprechend erwarte ich auch keine negativen Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern in den Betrieben. Die Forderungen des Gewerkschaftsbundes und der Arbeitgeberverbände nach einer gesetzlich festgelegten Tarifeinheit sind verfrüht und in der Sache überzogen. Die Gewerkschaften des DGB, insbesondere ver.di, sind aufgerufen, mit neuen und attraktiven Angeboten neue Mitglieder für sich zu werben. Für die Bundesregierung besteht derzeit kein Handlungsbedarf.“

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Sparpaket der Staatsregierung geht zu Lasten der Jüngsten

16. Juni 2010

Liberale Arbeitnehmer fordern Rücknahme der Kürzungen bei der Bildung

Die Eckpunkte des Doppelhaushaltes der sächsischen Staatsregierung haben bei den Liberalen Arbeitnehmern Entsetzen und Unverständnis ausgelöst. „Es ist ein katastrophales Zeichen, dass die Regierung den Rotstift gerade bei der Bildung ansetzt. Sie gefährdet damit die Generationengerechtigkeit.

Besonders gravierend ist für die Mitglieder der LAN Sachsen die Abschaffung des kostenlosen Vorschuljahres: „Die FDP hat sich eines ihrer zentralen Wahlversprechen abkaufen lassen. All das, was ihre Fraktion im Landtag mehr als fünf Jahre vehement gefordert hat, lässt sie nun aus fadenscheinigen Gründen fahren. Es hätten sich mit Sicherheit andere Einsparpotenziale aufgetan, als gerade bei denen zu kürzen, die individuelle Förderung am nötigsten hätten.“

Die Liberalen Arbeitnehmer befürchten, dass der Verzicht auf das kostenfreie KiTa-Jahr negative Folgen für die Schulleistungen und die spätere Berufslaufbahn der Heranwachsenden haben. Langfristig erwarten die LAN, dass sich der abzeichnende Fachkräftemangel weiter verschärft und die Kosten für Nachschulungen und spätere Arbeitslosigkeit weiter in die Höhe treibt. „Dass wir in Sachsen einen Haushalt haben, der ohne neue Schulden auskommt, ist richtig und stärkt das Vertrauen in den Wirtschafts- und Investitionsstandort Sachsen. Weniger Personal in der Verwaltung und neue Investitionen in die Forschung sind ein positives Signal. Dass die Sparmaßnahmen im Bildungsbereich aber als weitsichtig dargestellt werden, entbehrt jeder Grundlage. Wer ernsthaft behauptet, die Kürzungen bei den Privatschulen und beim Vorschuljahr seien mit Augenmaß vorgenommen worden, dem empfehle ich dringend einen Termin beim Optiker“, so Lesch weiter.

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Gleiche Lohntarife in Ost und West realisieren

16. Juni 2010

Liberale Arbeitnehmer kritisieren Vorschläge des IAB-Chefs für gestaffelte Mindestlöhne

Die Vorschläge des Vorsitzenden des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen und diesen zwischen Ost- und Westdeutschland zu staffeln, lösen bei den Liberalen Arbeitnehmern Sachsen Befremden aus:

„Mindestlöhne sind und bleiben der falsche Weg, um Lohndumping wirksam zu bekämpfen. Die Lohnfindung ist in Deutschland Sache der Tarifpartner und muss dies auch bleiben. Wir verbitten uns daher jede Form eines staatlichen Dirigismus“, kritisiert LAN-Landeschef Wolfgang Lesch die Äußerungen Möllers. „Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung ist es im Grunde willkürlich, die Löhne zwischen Ost und West zu staffeln. Die Argumente, die Lebenshaltungskosten seien in den Neuen Ländern niedriger oder die Produktivität geringer, sind falsch. Wenn man die Aussagen Herrn Möllers weiterführt, müsste es konsequenterweise auch unterschiedliche Löhne zwischen Nord- und Süddeutschland geben, da auch hier das Produktivitäts- und Kostengefälle variiert. Einen solchen Flickenteppich kann niemand wollen.“

Die Liberalen Arbeitnehmer hatten sich auf Ihrer Jahresklausur in der vergangenen Woche darauf verständigt, dass die Verantwortung, das Kräfteverhältnis in den Betrieben zu stabilisieren, bei Arbeitnehmervertretern und Arbeitgebern liegt. „Die Gewerkschaften müssen den Beschäftigten attraktive Angebote machen, um ihre Position in den Betrieben zu stärken. Andernfalls wird sich an der unbefriedigenden Situation in vielen Unternehmen nichts ändern. Im Gegenteil: Wenn die Gewerkschaften die Lohnpolitik dem Staat überlassen, graben sie sich selbst das Wasser ab und machen sich in großen Teilen überflüssig“, fasst Lesch die Position der LAN zusammen.

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Sparvorschläge der Bundesregierung dürfen nur ein Anfang sein

14. Juni 2010

Liberale Arbeitnehmer fordern weitere Einsparungen, um Geringverdiener bei Sozialabgaben zu entlasten

Die gestern zwischen CDU/CSU und FDP vereinbarten Vorschläge zur Konsolidierung des Bundeshaushaltes dürfen nach Auffassung der Liberalen Arbeitnehmer Sachsen nur ein Einstieg in ein umfassendes Sparprogramm sein. „Die notwendigen Einschnitte verlangen den Menschen in unserem Land eine Menge ab, sind aber in der derzeitigen Situation unvermeidbar. Wir sehen allerdings Korrekturbedarf bei der Abschaffung des Rentenzuschusses für Bezieher des ALG II, da die Kosten nicht eingespart, sondern lediglich in die Rentenversicherung und auf die Sozialhilfeträger verschoben werden, die sich maßgeblich über Steuermittel finanzieren. Das Ganze ist nichts weiter als ein Taschenspielertrick“, so der Vorsitzende.
Um dem Eindruck entgegenzutreten, einige gesellschaftliche Gruppen würden über Gebühr belastet, müsse nun in einem zweiten Schritt auch an anderer Stelle gespart werden, betont Wolfgang Lesch die Position der LAN Sachsen.

Die Liberalen Arbeitnehmer fordern, die Pensionsrückstellungen für Abgeordnete im Bund, in den Ländern sowie in den Kreisen auf ein kapitalgedecktes Privatmodell umzustellen, ohne hierfür die Diäten anzuheben. „Das Modell aus NRW taugt nicht als Vorbild, da es den Landeshaushalt über Gebühr belastet und grundsätzlich ungerecht ist. Selbstständige und Arbeitnehmer erhalten auch nicht mehr Geld, wenn sie privat fürs Alter vorsorgen. Zudem ist eine fast-Verdoppelung der Diäten den Bürgern nicht vermittelbar und vergrößert die gefühlte Kluft zwischen Politik und Gesellschaft. Politik und Verwaltung müssen einen größeren Sparbeitrag als bislang leisten und damit ein Signal setzen.“

Darüber hinaus schlagen die Mitglieder des Vereins vor, das Ehegattensplitting zu streichen und hierdurch pro Jahr bis zu 20 Milliarden einzusparen. „Mehr als die Hälfte des zusätzlichen Geldes gehört ohne Umwege in den Schuldenabbau. Mit den Restmitteln muss die Regierung die Geringverdiener bei den Sozialabgaben entlasten, um Arbeit attraktiv zu machen und für viele Menschen die Chancen auf eine dauerhafte Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt zu sichern. Dies wäre ein wichtiger Schritt hin zu mehr Beschäftigung“ so Lesch.

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Liberale Arbeitnehmer Sachsen schärfen ihr Profil auf der Jahresklausur

7. Juni 2010

Verein gibt neue Impulse für die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der FDP

Mit konkreten Ergebnissen ist am gestrigen Sonntag die Jahresklausur der Liberalen Arbeitnehmer Sachsen (LAN) e.V. in Elterlein/Erzgebirge zu Ende gegangen.
Die Vereinsmitglieder sprachen sich deutlich gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns aus, da dieser die Tarifautonomie in den Betrieben gefährde. „Was SPD, LINKE und der Großteil der DGB-Gewerkschaften fordern, ist Gift für die Arbeit in den Betrieben und schwächt die Position der Arbeitnehmervertreter. Wenn die Gewerkschaften nach staatliche festgesetzten Löhnen rufen, machen sie sich in weiten Teilen überflüssig. Wer Mindestlöhne fordert, beschwört zudem Mindestpreise herauf. Wohin das führt, haben wir alle erlebt“, sagte Wolfgang Lesch am Rande der Tagung.
Nach Auffassung der LAN müssen die Gewerkschaften ihre Position in den Betrieben verbessern. Hierzu bedarf es attraktiver Angebote, um neue Mitglieder und Vertreter in den Betrieben hinzuzugewinnen. Andernfalls wird sich an der schwachen Position vieler Beschäftigter in den Unternehmen nichts ändern.

Lesch bekräftigte die Position des Vereins, sich innerhalb der FDP und im Dialog mit den Gewerkschaften für eine Angleichung der Tarife in Ost- und Westdeutschland einzusetzen. „Zwanzig Jahre nach der deutschen Einheit ist die Tarifpolitik zwischen alten und neuen Ländern zunehmemend willkürlich geworden. Die Argumente, im Osten seien die Produktivität in den Unternehmen geringer und die Lebenshaltungskosten niedriger sind nicht haltbar. Wenn dem so wäre, müssten die Löhne zwischen Süd- und Norddeutschland ebenfalls gestaffelt sein. Gewerkschaften wie Ver.di, die eine Tarifspaltung Ost-West mittragen, sind für uns keine Arbeitnehmervertretungen, sondern unbewegliche Tanker, die an den Problemen der Beschäftigten vorbeisteuern“, so Lesch auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die Klausur.

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LAN bedauern Rücktritt von Bundespräsident Köhler

1. Juni 2010

Mit Bedauern und großem Respekt haben die Liberalen Arbeitnehmer Sachsen (LAN) die Entscheidung von Bundespräsident Horst Köhler aufgenommen, mit sofortiger Wirkung vom Amt des Bundespräsidenten zurückzutreten.

„Wir sind bestürzt, dass der Bundespräsident in einer solch schweren Lage zur Einsicht gekommen ist, ihm werde nicht der erforderliche Respekt entgegengebracht. Dies ist eine schwarze Stunde für die politische Kultur in Deutschland“, erklärt der LAN-Vorsitzende Wolfgang Lesch.

Die LAN Sachsen sehen im wiederholt kritischen Umgang einiger Parlamentarier mit Köhler den Hauptgrund für die Rücktrittsentscheidung. Die Aussagen von Herr Trittin und Frau Nahles in der vergangenen Woche waren und bleiben inakzeptabel und sind eines Umgangs mit einem Staatsoberhaupt nicht würdig. Gleichzeitig müssen wir konstatieren, dass auch Teile der Bundesregierung, besonders die Kanzlerin, die Solidarität mit Köhler vermissen lassen haben“, so der LAN-Vorsitzende.

Die Arbeitnehmervereinigung erwartet Fairness und Augenmaß bei der Auswahl eines Nachfolgers. „Wir erwarten, dass die Suche nach einem geeigneten Kandidaten nicht dazu missbraucht wird, verbrauchte und abgewählte Gesichter der CDU zu zweifelhaften Ehren kommen zu lassen. Unser Land braucht Stabilität und Verlässlichkeit“, so Lesch abschließend.

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Krise des EURO – Politik ziellos, planlos, kopflos?

28. Mai 2010

„Wir werden den Euro retten, koste es was es wolle“, so Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission noch am Freitag der vergangenen Woche. Das klingt weniger nach innerer Überzeugung, mehr nach Durchhalteparolen oder gar nach dem letzten Aufgebot. Wenn Politiker sich derart äußern, dann ist es schwer, Vertrauen zu finden. Anstatt die Ursachen der Krise beim Namen zu nennen, werden schnell Sündenböcke identifiziert.

Es sind aus unserer Sicht eben nicht die internationalen Spekulanten, welche das Euro-System vor seine wohl härteste Bewährungsprobe stellen. Spekulanten haben nur dort eine Spielwiese, wo Unsicherheiten vorhanden sind, auf welche es sich loh,nt in der einen oder anderen Richtung zu spekulieren. Geordnete Verhältnisse sind jedenfalls kein Betätigungsfeld für Spekulanten. Davon scheint die
Währungsunion allerdings weit entfernt zu sein. Die Verhältnisse werden bestimmt durch ökonomische und vertragliche Rahmenbedingungen, für welche die Politik eindeutig die Verantwortung trägt. Beim Euro zeigt sich hier der Geburtsfehler, dass es zwar eindeutige Kriterien gibt, um dem Euroverbund beizutreten, jedoch offensichtlich an Kriterien mangelt, wonach ein Mitglied aus der Eurogemeinschaft ausgeschlossen werden kann. Da es in der Vergangenheit alle Gemeinschaftsmitglieder nicht so ganz ernst genommen haben mit der Erfüllung der Stabilitätskriterien, ist der edle Club der EURO-Staaten offensichtlich hinsichtlich der Einhaltung seiner eigenen Spielregeln völlig verlottert.
Jede Firma hat ein Controlling und ist gut beraten Abweichungen von der Zielerreichung frühzeitig transparent zu gestalten, um gegensteuern zu können. Es ist schon verwunderlich, dass nun das breite europäische Publikum quasi über Nacht von der drohenden Staatspleite Griechenlands überrascht wird.

Doch wie sieht nun die Medizin aus, welche man dem schwächelnden Mitglied Griechenland verabreichen möge?
Man darf voraus schicken, dass sich Griechenland in der gleichen globalen Wirtschaftskrise befindet, wie auch die anderen europäischen Staaten. In Deutschland wurden Konjunkturprogramme aufgelegt, um die Wirtschaft anzukurbeln und damit eine Erhöhung der Staatsverschuldung billigend in Kauf genommen. Auch eine moderate Lohnentwicklung scheint derzeit der richtige Begleiter zu sein. In Griechenland sollen allerdings die Löhne gekürzt werden, die Staatsausgaben gesenkt und die Steuern zugleich erhöht werden. Dies wird das Land von einer Rezession in eine Depression stürzen.

Was Griechenland wirklich hilft, ist die Abwertung der Währung. Dies setzt einen freiwilligen Austritt aus dem Euroverbund voraus. Die griechische Wirtschaft kann ihre Waren auf der Basis einer abgewerteten Drachme international konkurrenzfähig anbieten – das gleiche gilt auch für Dienstleistungen, wie dem für Griechenland bestimmenden Tourismus. Dies wäre das Konjunkturprogramm, welches der griechischen Wirtschaft und dem griechischen Staat auf die Beine helfen würde.
Ist die Krise erfolgreich gemeistert, stünde es der griechischen Regierung frei nach fünf Jahren einen erneuten Beitritt zum Euro zu beantragen. Dann wäre auch die Gelegenheit über den Stand der Erledigung der Hausaufgaben (Vollzug der griechischen Steuergesetze) zu befinden.

Doch leider wird dieser Weg offensichtlich nicht beschritten werden. Dafür sorgen egozentrische und kurzsichtige Politiker in Europas Hauptstädten. Der Patient bekommt eben weiter billiges Geld, um dafür im Gegenzug bei uns einkaufen zu können. An einem abgewerteten Griechenland mit eigener Währung haben Europas Politiker in Wirklichkeit kein Interesse, würde man sich doch hier nur eine unliebsame Konkurrenz vor der eigenen Haustür schaffen.

Der Euro gewinnt nicht dadurch, dass man schwächelnden Mitgliedern in einer Phase des Aktionismus nur eine scheinbar helfende Medizin verabreicht, sondern dadurch, dass man den EURO als internationale Leitwährung attraktiver macht, zum Beispiel durch ein werben für den Beitritt wirtschaftsstarker Nationen, wie z.B. Norwegen, Dänemark oder der Schweiz.
Die Liberalen Arbeitnehmer stellen mit Besorgnis fest, dass eine gescheiterte europäische Wirtschafts- und Währungspolitik droht erneut auf den Schultern der Arbeitnehmer ausgetragen zu werden.

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