Von deutscher Einheit kann nicht die Rede sein!

Liberale Arbeitnehmer ziehen kritische Bilanz der Wiedervereinigung

Anlässlich des 22. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung ziehen die Liberalen Arbeitnehmer (LAN) eine kritische Bilanz des Zusammenwachsens: „Ohne Frage hat sich in den ostdeutschen Bundesländern in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein einmaliger Modernisierungsprozess vollzogen. Die in diesem Zusammenhang geschaffene Infrastruktur ist im europäischen Vergleich in den meisten Fällen beispielhaft. Trotzdem dürfen wir die Augen nicht davor verschließen, dass sich Lebensstandard und Lohnniveau bislang nicht angeglichen haben. Dies ist nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten problematisch, sondern verfestigt bei vielen Menschen das Bild vom Deutschland der zwei Geschwindigkeiten“, so Wolfgang Lesch, LAN-Landesvorsitzender in Sachsen.

Martin Lebrenz, Vorsitzender der Liberalen Arbeitnehmer Berlin-Brandenburg, kritisiert die nach wie vor nicht vollzogene Angleichung der Rentensysteme in Ost- und Westdeutschland: „Wir hatten gehofft, dass dieser überfällige Schritt unter der schwarz-gelben Bundesregierung endlich vollzogen wird. Leider müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die CDU nicht gewillt ist, dieses Thema anzugehen und die FDP nicht den Mut besitzt, im Zweifel auch gemeinsam mit anderen Parteien für eine Gleichbehandlung zu sorgen.“

Nach Einschätzung beider Landesverbände wird sich die Frage des wirtschaftlichen Gefälles auch künftig maßgeblich an der Lohnstruktur entscheiden. Da in den ostdeutschen Bundesländern deutlich weniger als die Hälfte der Betriebe tarifgebunden ist, eröffnet dies vielen Arbeitgebern die Möglichkeit, höheren Druck auf die Löhne auszuüben. „An dieser Stelle müssen die Tarifparteien endlich Verantwortung übernehmen und für faire und gerechte Löhne sorgen. Dies bedeutet nicht nur, flächendeckend Lohnuntergrenzen einzuziehen, sondern auch die künstliche Trennung der Tarifverträge in Ost und West aufzuheben“, so Lesch und Lebrenz am Dienstag,

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