Liberale Arbeitnehmer kritisieren Zusatzbeiträge der Krankenkassen – Konzept für langfristige Ausgabensenkungen gefordert

Die von einigen Gesetzlichen Krankenkassen bekannt gegebene Erhebung von Zusatzbeiträgen für die Versicherten stößt bei den Liberalen Arbeitnehmern Sachsen e.V. auf breite Ablehnung. In einer Stellungnahme für den Netzwerker bezeichnete der Vorsitzende der LAN Sachsen, Wolfgang Lesch, die Erhöhungen als vollkommen ungerechtfertigt und Gift für die Konjunktur. „Es ist ja nicht mit den derzeit im Raum stehenden 8 Euro getan. Die Kassen können von jedem gesetzlich Versicherten bei entsprechendem Einkommen bis zu 38 Euro monatlich verlangen. Dies wären Mehrbelastungen von weit über 400 Euro im Jahr. Gegen jeden Energieversorger wären bei derartigen Preiserhöhungen sofort kartellrechtliche Schritte eingeleitet worden.“

Zur Stabilisierung der Beitragssätze spricht sich der Verein für langfristige Ausgabensenkungen im Gesundheitssystem aus. Hierzu gehören die mittelfristige Neuausrichtung der Medizinervergütung und der Zuschüsse für Krankenhäuser. Besonders aber müssen die Preise für Arzneimittel auf den Prüfstand. „Wir müssen die Selbstbedienungsmentalität der Pharmaindustrie beenden und die Zulassung verbilligter Pharmazeutika vorantreiben. Außerdem müssen Preis-Obergrenzen für Medikamente eingezogen und Kosten-Nutzen-Studien erstellt werden“, so Lesch weiter. Die LAN Sachsen sehen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler in der Pflicht, endlich für Wettbewerb auf dem Arzneimittelmarkt zu sorgen. „Ein europaweites Vertriebs- und Bezugsnetz für nicht verschreibungspflichtige Mittel wäre eine denkbare Variante“, so der Vorsitzende abschließend.

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